Superbreitband für Sauger und das ACTA Abkommen

Hier wird über alle möglichen Medienthemen diskutiert, hauptsächlich Fernsehthemen die nicht allein (oder gar nicht) Vodafone Kabel Deutschland betreffen.
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Linuxfarmer-HH
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Superbreitband für Sauger und das ACTA Abkommen

Beitragvon Linuxfarmer-HH » 08.03.2010, 08:26

Die Provider dürften bald in eine Zwickmühle kommen, insbesondere für sehr breitbandige Leitungen deren Clientel "irgendeinen" Bedarf dafür haben. Das ACTA Abkommen unter Druck der USA wird über die EU Kommission ratifiziert und dann zu nationalem Recht durchgeboxt.

http://www.nicht-abzocken.eu/cms/forum/ ... 6631#p6631

Was wir momentan davon wohl schon haben sind die dynamischen Drosselungen zum "aufrecht erhalten" des Netzes. Andere Anbieter haben ebenfalls bereits AGB Klauseln gegen Sauger und behalten sich dann Drosselungen vor, selbst T-Home bei den VSL Surftarifen. Eigentlich will kein Provider die Sauger haben, aber dummerweise sind die auch die Kundengruppe für Super Breitband. Mit ACTA sind die Provider dann in der Pflicht verschärft Sauger zu lokalisieren und gezielt auszusperren. Da wird es eine Menge Kollateralschäden geben, sicherlich auch eine Abmahnähnliches Verfahren worin ein ertappter und gesperrter User gegen strafbewehrte Unterlassungserklärung Besserung geloben muss.

Happy Discussion!
Eric
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theoradicus
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Re: Superbreitband für Sauger und das ACTA Abkommen

Beitragvon theoradicus » 09.03.2010, 11:54

Das Aufrechterhalten der Netze durch Drosselung ist ein Märchen (siehe zB http://www.fiberevolution.com/2009/12/w ... -hog-.html ).
Man möchte mit möglichst vielen Kunden, die kein Internet nutzen, sein eigenes Netz nicht ausbauen müssen.
Mittels Glasfaser und den verbundenen Technologien gibt es fast keine Bandbreitenbeschränkung mehr.
Wenn Bandbreite verfügbar ist, dann entstehen neue Dienste. Im Zeitalter der Modems wäre ein Dienst wie Youtube nicht realisierbar. Bilder im Internet gibt es erst richtig mit DSL, ebenso wie Spiele.

Hoffentlich wird das Europäische Parlament es ablehnen. Sonst besteht ja auch die Möglichkeit die Volksvertreter bei den nächsten Wahlen durch andere zu Ersetzen.
Vielleicht sollte man auch mehr Initiativen in die Gegenrichtung starten :D

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Linuxfarmer-HH
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Re: Superbreitband für Sauger und das ACTA Abkommen

Beitragvon Linuxfarmer-HH » 13.03.2010, 05:54

Also als Märchen würde ich das nicht abtun, habe hier 32000/2000 ausser zwischen 18:00 und 00:00 Uhr wo es dann irgendwie weniger ist. Das bei normaler Nutzung also kein P2P, was vermuten lässt das man das ganze Segment wegen Saugern dynamisch drosselt. Die Mischkalkulation der Provider muss irgendwie hinkommen, da ist in der Tat der zahlende und nicht nutzende User ein Wunschkandidat. Sauger machen immens viele Ports dicht (mal in den Router schauen), das bis über das Peering hin und dort achten die Peeringpartner sehr auf die Auslastung. Gängig sind wohl 10GBit Peers wobei jeder Backbonebetreiber mehrere Peers in D und Europa benutzt.
Zurück zu ACTA, das Thema kocht auf diversen Webseiten. Viele Provider machen eh schon SPI und mit neueren Routern auch DPI um die Sauger technisch auszubremsen. Wird ACTA zum nationalen Gesetz, dann ist nicht mehr soviel technisch nachzuregeln. Geplant sind 2 Mahnungen und Sperre beim 3. mal. Das gleicht einer Abmahnung wo der User versichern muss das nicht wieder zu tun, sonst..... :nein:

Ob wir uns dagegen wehren können ist fraglich, wenn es von der EU eingekippt wird. Sogar bei Onlinepetitionen kommen kaum 2000 Stimmen zusammen und damit passiert dann nichts :|

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Re: Superbreitband für Sauger und das ACTA Abkommen

Beitragvon Nibelungen » 13.03.2010, 12:34

Ich denke aber, dass das auch daran liegt, dass die Online-Petitionen nicht genug beworben werden iwi. Ich meine die Eingeweihten wissen vielleicht wo sie sie finden, aber meinereiner sucht nicht ständig nach Online-Petitionen (oder guckt was es da gerade so gibt *gg*).

Die Links müssen ultra-stark gestreut werden damit genug mögliche Mitzeichner erreicht werden.
Ich hasse Signaturen. Deshalb lasse ich sie mir nicht mehr anzeigen.

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Linuxfarmer-HH
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Re: Superbreitband für Sauger und das ACTA Abkommen

Beitragvon Linuxfarmer-HH » 17.03.2010, 08:22

Ja das finden von Online Petitionen ist bei der laufenden Menge recht unübersichtlich, da braucht es schon draussen Portale die an der Werbetrommel rühren.

Aber neues von ACTA, nach Frankreich ist es in GB auch kurz vor der Ratifizierung. Je mehr Länder einsteigen, desto grösser wird der Druck auf die deutsche Regierung. :streber:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 56039.html

Ich sehe darin erhebliches Mißbrauchpotenzial, jemand muss nur behaupten das ein Torrent eine Raubkopie trägt und der gesperrte User ist in der Pflicht das Gegenteil beweisen zu müssen. Das kommt dann einer Prekriminalisierung gleich, ich laden zb 2x im Jahr Ubuntu Images die auch offiziell per Torrent angeboten werden. Bei Ubuntu Brainstorm hat jemand vorgeschlagen das Softwarecenter und die Updates grundsätzlich über P2P zu verteilen. Durch die überwiegend illegale P2P Nutzung würde die legale Nutzung dann an die Wand gedrückt werden. :shock:
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Re: Superbreitband für Sauger und das ACTA Abkommen

Beitragvon theoradicus » 17.03.2010, 19:38

Linuxfarmer-HH hat geschrieben:Also als Märchen würde ich das nicht abtun, habe hier 32000/2000 ausser zwischen 18:00 und 00:00 Uhr wo es dann irgendwie weniger ist. Das bei normaler Nutzung also kein P2P, was vermuten lässt das man das ganze Segment wegen Saugern dynamisch drosselt. Die Mischkalkulation der Provider muss irgendwie hinkommen, da ist in der Tat der zahlende und nicht nutzende User ein Wunschkandidat. Sauger machen immens viele Ports dicht (mal in den Router schauen), das bis über das Peering hin und dort achten die Peeringpartner sehr auf die Auslastung. Gängig sind wohl 10GBit Peers wobei jeder Backbonebetreiber mehrere Peers in D und Europa benutzt.

Kabel Deutschland drosselt in einem festen Zeitfenster und außerhalb nicht - das kann man glaube ich nicht "dynamisch" nennen :D
Die Provider können eine Mischkalkulation benutzen. Der Bandwith Hog Mythos weist darauf hin das es einerseits im Protokoll einen Überlastungsschutz gibt andererseits sind so viele Nutzer zu unterschiedlichen Zeiten + Zielen im Netz, dass immer auch zufällig Bandbreitenengpässe auftreten (Beispiel: Slashdotting oder Ausfall von Internetstreams).
Bei sehr vielen Nutzern ist die Geschwindigkeit sehr gut planbar. Der Verlauf von typischen Trafficgraphen ( DECIX oder BCIX ) und der Fakt das bestimmte Dienste (HTTP) nicht gedrosselt werden legt nahe, dass Kabel Deutschland es auch eher unnötigerweise tut.
Für manche Provider sollte ein einzelner 10GE Port nicht ausreichen (Russische Provider mit 10GE in Berlin).
Wenn man sich Transitpreise (die langfristig teurer als Peerings sind) wie von HE (Hurricane Electric) oder DrPeering ansieht, stellt man fest, dass mangelnde Bandbreite keine Ursache sein sollte.
Kabel Deutschland baut seine eigenen Leitungen vermutlich nicht aus :D

300 Leute x 8EUR im Monat =1x10GE Port (ohne das ein Nutzer zu irgend einer Tageszeit limitiert würde!)

Linuxfarmer-HH hat geschrieben:Zurück zu ACTA, das Thema kocht auf diversen Webseiten. Viele Provider machen eh schon SPI und mit neueren Routern auch DPI um die Sauger technisch auszubremsen. Wird ACTA zum nationalen Gesetz, dann ist nicht mehr soviel technisch nachzuregeln. Geplant sind 2 Mahnungen und Sperre beim 3. mal. Das gleicht einer Abmahnung wo der User versichern muss das nicht wieder zu tun, sonst..... :nein:

Ob wir uns dagegen wehren können ist fraglich, wenn es von der EU eingekippt wird. Sogar bei Onlinepetitionen kommen kaum 2000 Stimmen zusammen und damit passiert dann nichts :|

Das Internet wurde groß durch die Unreguliertheit. Youtube müsste >90% seines Angebotes löschen und konnte sich nur durch starke Rückendeckung gegenüber den Konzernen etwas Luft verschaffen. Die Politik macht sich (mal wieder) selbst lächerlich - dann werden andere Länder mit unregulierteren Internetdiensten sich weiter entwickeln.

:twisted: ACTA ist das HD+ des Internets. :twisted:


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