Analogabschaltung Ende 2018

In diesem Forum wird über das analoge Fernseh- und Radioprogrammangebot von Vodafone Kabel Deutschland diskutiert.
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DerSarde
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Re: Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon DerSarde » 12.08.2017, 22:50

robert_s hat geschrieben:Wenn man den Bereich <302MHz für Digital-TV nutzen wollte, müsste man erst mal ein neues 8MHz-Kanalraster dafür definieren - und ich denke mir, dass da viele "alte" Digitalreceiver nicht mitspielen, die nach einer festen Frequenztabelle suchen und keine "Netzwerksuche" kennen...

Da wäre es wohl besser, den Bereich nur für DOCSIS 3.0 zu nutzen.

Wie hat unitymedia das eigentlich gemacht - wenn die überhaupt die Analogfrequenzen schon neu belegt haben...?

Unitymedia nutzt ab Ende August / Anfang September eben diesen Bereich <302 MHz für Digital-TV... :wink:
Grob gibt es bei UM künftig folgendes Raster:
- 110 bis 462 MHz (!): Digital-TV
- 462 bis 862 MHz: DOCSIS (genaue Aufteilung in 3.0 und 3.1 ist noch nicht bekannt)

So gravierend scheint das Problem mit der Sendersuche also nicht zu sein, zumal es für unter 302 MHz doch schon längst ein 8 MHz - Raster gibt... Selbst mein schon ungefähr sechs Jahre alter TV kennt das bereits (also 114, 122, 130, 138, 146, ... , 266, 274, 282, 290, 298 MHz). ;)

Außerdem: Genau dieses Problem gab es 2012 auch schon bei der Frequenzverschiebung der Kanäle S02 (113 -> 114 MHz) und S03 (121 -> 122 MHz). Das kannten damals auch so manche Geräte nicht, und trotzdem hat man es gemacht.
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Re: Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon Andilein » 13.08.2017, 11:05

Ich bin ja mal gespannt, ob und wann VDF-KDG wirklich in die Hände spuckt und mal anfängt, mit der analogen Abschaltung. Denn wenn man sieht und liest, was UM so macht, dann könnte man neidisch werden. -> https://www.dwdl.de/nachrichten/62834/n ... gebot_aus/

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Re: Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon DarkStar » 13.08.2017, 11:33

Worauf genau müssen wir nun neidisch sein? Gemessen an der freien Kapazität ist das was UM da angekündigt hat ein Witz.
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Heiner
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Re: Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon Heiner » 13.08.2017, 11:52

DarkStar hat geschrieben:Worauf genau müssen wir nun neidisch sein? Gemessen an der freien Kapazität ist das was UM da angekündigt hat ein Witz.


Seh ich genauso. Hinzu kommt dass sogar ARD-alpha ausgespeist wird. :roll:

Die neue Belegung hab ich schonmal hier hochgeladen:
http://www.medienboardonline.de/senderl ... etz=bochum
-> MBO Senderlisten

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Re: Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon Wiidesire » 13.08.2017, 11:57

DerSarde hat geschrieben:Grob gibt es bei UM künftig folgendes Raster:
- 110 bis 462 MHz (!): Digital-TV
- 462 bis 862 MHz: DOCSIS (genaue Aufteilung in 3.0 und 3.1 ist noch nicht bekannt)

Könntest du mal bitte etwas genauer auf die Einteilungen vorher/nachher eingehen? Ich kann ehrlich gesagt nicht viel darüber finden im Internet spezifisch zu Unitymedia.
Momentan (stimmt das?):
30-65 MHz Upstream (5-65 MHz?)
87,5-108 MHz UKW
114-178 MHz Digital-TV
178-346 MHz Analog-TV
346-506 Mhz Digital-TV
506-522 MHz Analog-TV
530-578 MHz Leer
578-714 MHz Downstream
714-746 MHz Mediathek
746-862 MHz Digital-TV

Falls das obere stimmt, werden also bisher nicht mal 20% der Frequenzen für Internet genutzt? Und nach der Analogabschaltung sollen es ca. 50% werden?
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Heiner
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Re: Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon Heiner » 13.08.2017, 13:23

Wiidesire hat geschrieben:Könntest du mal bitte etwas genauer auf die Einteilungen vorher/nachher eingehen? Ich kann ehrlich gesagt nicht viel darüber finden im Internet spezifisch zu Unitymedia.
Momentan (stimmt das?):
30-65 MHz Upstream (5-65 MHz?)
87,5-108 MHz UKW
114-178 MHz Digital-TV
178-346 MHz Analog-TV
346-506 Mhz Digital-TV
506-522 MHz Analog-TV
530-578 MHz Leer
578-714 MHz Downstream
714-746 MHz Mediathek
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Falls das obere stimmt, werden also bisher nicht mal 20% der Frequenzen für Internet genutzt? Und nach der Analogabschaltung sollen es ca. 50% werden?


Upstream weiß ich nicht ganz genau, aber sonst (anhand der Kanalgrenzen statt der Mittelfrequenzen bei dir):
x-65 Upstream
87,5-108 UKW Radio
110-174 Digital-TV (8 Kanäle)
174-342 Analog-TV bzw mittlerweile leer (23 Kanäle)
342-502 Digital-TV (20 Kanäle)
502-518 Analog-TV bzw mittlerweile leer (2 Kanäle)
518-526 Digital-TV (1 Kanal)
526-606 Downstream (10 Kanäle)
606-614 Digital-TV (1 Kanal)
614-742 Downstream (16 Kanäle)
742-862 Digital-TV (15 Kanäle)

Demnächst:
x-65 Upstream
87,5-108 UKW Radio
110-462 Digital-TV (44 Kanäle)
462-478 frei soviel ich weiß (2 Kanäle)
478-606 Downstream (16 Kanäle)
606-614 Digital-TV (1 Kanal)
614-862 Downstream (31 Kanäle)

In MHz gemessen... bisher und demnächst, abgesehen vom Upstream:
20,5 MHz UKW-Radio -> 20,5 MHz (+/-0)
184 MHz Analog-TV -> 0 MHz (-184 MHz)
360 MHz Digital-TV -> 360 MHz (+/-0)
208 MHz Downstream -> 376 MHz (+168 MHz)
0 MHz leer -> 16 MHz (+16 MHz)

In anderen Worten geht die vom Analog-TV genutzte Bandbreite fast ausschließlich an den Downstream. Für Digital-TV kommt nichts dazu - es werden zwar 2 Kanäle mit Inhalt mehr, doch die waren bisher schon in DVB-C auf E67 und E69 zu sehen (Testbild bzw. Netflix-Testbild). Zudem wird man sicherlich von 64QAM auf 256QAM wechseln, denn das war bei den Kanälen auf hohen Frequenzen bisher so nicht möglich da zu störanfällig. Selbst 64QAM ist da teilweise kritisch, bei mir geht E62 (u.a. BBC World News HD) überhaupt gar nicht. Darüber allerdings komischerweise doch wieder...
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Re: Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon Wiidesire » 13.08.2017, 13:51

Danke für die ausführliche Antwort, Heiner.
Weshalb befindet sich denn ein einsamer TV Kanal auf 606-614 MHz? Wenn von 462 bis 478 MHz zwei Kanäle frei sind, könnte man doch schön abschließend den Digitalbereich von 110 bis 470 MHz ansetzen. Kenne mich in dem Bereich nicht aus, würde also gerne dazulernen, was Beweggründe für solche Entscheidungen sind. Der Bereich von 714-746 MHz (die Mediathek) ist quasi IPTV und bleibt auch dort?

Max. 65 MHz Upstream scheint eine Limitierung der DOCSIS 3.0 Spezifikation zu sein. Wäre es dann "einfach" (Austausch der Verstärker beim Kunden nötig) den Upstreambereich auf ~86 MHz für DOCSIS 3.1 Kunden zu erhöhen?
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Re: Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon DerSarde » 13.08.2017, 14:06

Wiidesire hat geschrieben:Weshalb befindet sich denn ein einsamer TV Kanal auf 606-614 MHz?

Auf 610 MHz ist (auch heute schon) ein Pilotsignal, weshalb dort nur 64QAM eingesetzt werden kann. Daher wird dieser Kanal weiter für TV (Infokanal der Videothek) verwendet, da man da keinen Downstream in 256QAM hinsetzen kann.

Bei VFKD ist es ähnlich, hier sind die Pilotsignale auf 122 und 610 MHz, daher werden dort auf beiden Kanälen auch nur 64QAM eingesetzt.

Der Bereich von 714-746 MHz (die Mediathek) ist quasi IPTV und bleibt auch dort?

Richtig, die VoD-Kanäle bleiben dort. IPTV stimmt aber nicht ganz, es sind ganz normale DVB-C-Kanäle, wo der abgerufene Inhalt eingespeist wird. Man kann diese Kanäle mit den VoD-Kanälen von VFKD auf 726-758 MHz vergleichen.

Max. 65 MHz Upstream scheint eine Limitierung der DOCSIS 3.0 Spezifikation zu sein. Wäre es dann "einfach" (Austausch der Verstärker beim Kunden nötig) den Upstreambereich auf ~86 MHz für DOCSIS 3.1 Kunden zu erhöhen?

Ne, mit EuroDOCSIS 3.0 könnte man glaub ich auch schon auf 85 MHz gehen.
Allerdings würde selbst dafür schon der Austausch der Verstärker nicht reichen. Da zwischen Rückweg und Vorwärtsweg zwingend mindestens 20 MHz Platz sein muss, müsste also UKW auch bei diesem kleinen Schritt schon weg.

DarkStar hat geschrieben:Worauf genau müssen wir nun neidisch sein? Gemessen an der freien Kapazität ist das was UM da angekündigt hat ein Witz.

Zumal (wenn UM bei sechs HD-Sendern pro Kanal bleibt) auch in der neuen Belegung ab Ende August gerade mal Platz für 18 weitere HD-Sender bleibt... :roll:
Nicht gerade berauschend, wenn man bedenkt, dass bei VFKD selbst jetzt ohne Analogabschaltung noch 12 HD-Sender ins Netz passen würden.

Und wie Heiner schon geschrieben hat, kommt die Kapazitätserhöhung bei UM fast ausschließlich aus der Umwandlung von QAM64 in QAM256. Ebenso gibt es zwei komplett neue Muxe, die aber schon Ende August wieder teilweise belegt sein werden.
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Re: Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon reneromann » 13.08.2017, 16:12

Wiidesire hat geschrieben:Max. 65 MHz Upstream scheint eine Limitierung der DOCSIS 3.0 Spezifikation zu sein. Wäre es dann "einfach" (Austausch der Verstärker beim Kunden nötig) den Upstreambereich auf ~86 MHz für DOCSIS 3.1 Kunden zu erhöhen?

Die 65 MHz sind keine Limitierung der EuroDOCSIS3.0-Spoezifikation (die kennt bereits 85 MHz), sondern ergeben sich einfach aus den Flankensteilheiten der Hin- und Rückwegverstärkung in den einzelnen Verstärkern.
Zwischen Up- und Downstream muss dort ein gewisser "Schutzabstand" eingehalten werden, damit die Verstärker nicht in die Begrenzung fahren, weil sie eine Verstärkungsschleife im Grenzbereich aufbauen.

Daher sind -solange UKW drin bleibt- maximal 65 MHz im Upstream möglich [~20 MHz Schutzabstand zum UKW-Radio-Band].
Die 86 MHz hingegen würden voraussetzen, dass das UKW-Band nicht genutzt wird und es erst ab 108 MHz mit TV losgeht.

Gleiches wird später auch bei DOCSIS3.1 mit erweitertem Upstream bis 204 MHz der Fall sein: Bis 204 Upstream, Schutzabstand und ab ~250 MHz dann Downstream/TV.

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Re: Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon twen-fm » 13.08.2017, 22:48

Andilein hat geschrieben:Ich bin ja mal gespannt, ob und wann VDF-KDG wirklich in die Hände spuckt und mal anfängt, mit der analogen Abschaltung. Denn wenn man sieht und liest, was UM so macht, dann könnte man neidisch werden. -> https://www.dwdl.de/nachrichten/62834/n ... gebot_aus/


Hallelujah-Schleudern wie GOD TV sollen jemanden neidisch machen? Das ich nicht lache! :nein:

Da sollen schon gewaltige Kaliber her um uns neidisch zu machen. Ansonsten muss ich sagen, das abseits vom überflüssigen Timesharing und diverser ausländischer Programme, die mir bei der VFKD immer noch fehlen und bei UM zu sehen sind, die VFKD inzwischen ein mehr als ordentliches Programm-Angebot bekommen hat, vor allem in HD sind sehr gute Programme dazugekommen und es werden sicher weitere folgen.
Keine Signatur mehr!


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