Analogabschaltung Ende 2018

In diesem Forum wird über das analoge Fernseh- und Radioprogrammangebot von Vodafone Kabel Deutschland diskutiert.
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Knidel
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Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon Knidel » 13.01.2017, 19:15

Wie seit einem Jahr bekannt ist, wird Unitymedia Kabel BW Mitte 2017 analoges Fernsehen abschalten.
Vodafone Kabel Deutschland hat hingegen keine Pläne, allerdings haben Bayern und Sachsen die Analogabschaltung für Ende 2018 gesetzlich festgelegt.

Vom Vodafone-CEO Ametsreiter, der sich auf schnelleres Internet freut, gibt es eine merkwürdige Aussage dazu:
Doch um dies zu erreichen [bis zu 10 Gbit/s], müssten sich die analogen Sender aus dem Fernsehkabelnetz zurückziehen. "Bayern und Sachsen wollen diesen Teil Ende nächsten Jahres auch für Datenverkehr freigeben. Andere Länder zögern leider noch."

http://www.digitalfernsehen.de/Vodafone ... 422.0.html

Warum wartet Vodafone darauf, dass die Analogabschaltung gesetzlich in den einzelnen Bundesländern beschlossen wird? Soweit ich weiß, gelten die must-carry Regelungen zur analogen Einspeisung erst dann, wenn ein Kabelnetzbetreiber überhaupt analoges Fernsehen einspeist. Es sollte also schon seit Jahren keine Hürde geben, analog in den Kabelnetzen abzuschalten.
Mir ist deswegen schleierhaft, warum er dann sagt "Andere Länder zögern leider noch". Kann Vodafone nicht mal selbstständig die Initiative ergreifen?
Zumal Sachsen ursprünglich die Analogabschaltung schon für Ende 2014 angesetzt hatte, aber u.a. Kabel Deutschland eine Verlängerung gewünscht hat.

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Re: Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon twen-fm » 13.01.2017, 19:20

Tja, warum wohl möchte VF nicht voranpreschen? Die Frage brauchen wir nicht zu stellen... :roll:

Nur noch soviel: Wer weiss, wie weit die "Runden Tische" zwischen den LMAs, den Kabelnetzbetreibern, den Programmanbietern und den Vertretern der WoWi vorangekommen sind? Bisher sind da keinerlei Informationen bekannt geworden, das kann nichts gutes bedeuten, wenn bedacht wird das der erste "Runde Tisch" kurz nach der IFA 2016, also im September 2016 stattgefunden hat... :mussweg:
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Bonzo
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Re: Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon Bonzo » 13.01.2017, 20:53

Knidel hat geschrieben:Vom Vodafone-CEO Ametsreiter, der sich auf schnelleres Internet freut, gibt es eine merkwürdige Aussage dazu:
Doch um dies zu erreichen [bis zu 10 Gbit/s], müssten sich die analogen Sender aus dem Fernsehkabelnetz zurückziehen. "Bayern und Sachsen wollen diesen Teil Ende nächsten Jahres auch für Datenverkehr freigeben. Andere Länder zögern leider noch."



Ich frage mich echt. Bayern und Sachsen geben Null frei. Da hat man den Sinn einer Landesmedienanstalt nicht verstanden. Jede LMA definiert was minimal eingespeist werden muss, um eine gewisse Vielfalt und einen diskriminierungsfreien Zugang zum Kabelnetz sicherzustellen (Lokalfernsehsender). Dazu gehört ein Mix aus ÖR-Sendern, sowie aus privaten Sendern. Damit ist das Kabel nicht total ausgelastet, sondern nur ein Bruchteil. Den Rest belegt jeder Kabelnetzbetreiber selbst nach Gutdünken. Wenn man 25 Homeshoppingsender und 10 ausländische TV-Pakete einspeist, fehlt das eben beim Internet. Wenn man statt vorgeschriebener 16 oder 20 Analogsender deren 32 einspeist, dann ist das nicht die Schuld der Länder, sondern der Kabelgesellschaft.

Knidel hat geschrieben:Warum wartet Vodafone darauf, dass die Analogabschaltung gesetzlich in den einzelnen Bundesländern beschlossen wird? Soweit ich weiß, gelten die must-carry Regelungen zur analogen Einspeisung erst dann, wenn ein Kabelnetzbetreiber überhaupt analoges Fernsehen einspeist. Es sollte also schon seit Jahren keine Hürde geben, analog in den Kabelnetzen abzuschalten.


So ist es mir auch bekannt. Wenn man sich den Streit zwischen KDG und ARD/ZDF ansieht, ich glaube da wurde mehrfach darauf verwiesen, dass eine Analogeinspeisung Privatvergnügen der Kabelbetreiber und nicht im Rundfunkstaatsvertrag festgeschrieben sei. Analoges Must Carry greife nur dann, wenn überhaupt analoge Programme übertragen werden. KDG könnte meiner Meinung nach sofort die Analogübertragung einstellen, ohne irgendwen auf staatlicher Seite fragen zu müssen.

Knidel hat geschrieben:Kann Vodafone nicht mal selbstständig die Initiative ergreifen? Zumal Sachsen ursprünglich die Analogabschaltung schon für Ende 2014 angesetzt hatte, aber u.a. Kabel Deutschland eine Verlängerung gewünscht hat.


Hat KDG schon jemals die Initiative ergriffen? Wissen die wie man das schreibt und haben die Prozesse für initiatives Handeln? Wenn ich mir ansehe, dass gefühlt 99% der neuen Sender (z.T. erheblich) verzögert im Kabel aufgeschalten worden sind so bezweifle ich das.

Der Artikel datiert vom 31.07.2014:
http://www.digitalfernsehen.de/Analogab ... 092.0.html

Erst macht KDG Stress und torpediert eine gesetzlich vorgeschriebene Analogabschaltung in Sachsen, und jetzt wirft man den restlichen Bundesländern vor sie würden bei der Analogabschaltung nicht die gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen? Hätte man sich, so wie die kleinen Kabelnetzbetreiber darauf vorbereitet und hätte man am 01.01.2015 den analogen Sendebetrieb eingestellt, man hätte spätestens am 01.01.2016 Bilanz ziehen und den restlichen Medienanstalten ein Erfolgsmodell präsentieren können. Aber so? Erst dagegen motzen und hinterher motzen, dass keiner was macht. Also noch scheinheiliger geht's ja nicht mehr.

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twen-fm
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Re: Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon twen-fm » 13.01.2017, 21:25

@Bonzo: 111% Zustimmung (und zwar auf deinen ganzen Beitrag, der voll und ganz zutrifft!) :anbet:
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Re: Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon reneromann » 13.01.2017, 21:31

VF hätte auch einfach 2012, als das analoge SAT abgeschaltet wurde, ebenfalls analog abschalten können und die Privaten in SD (wie später vom Gericht unter Strafe eh angeordnet) unverschlüsselt einspeisen können.

Rein "theoretisch" hätte es ja auch gereicht, wenn lediglich die Haupt-Privaten in SD unverschlüsselt gewesen wären (also diejenigen, die unter das Must-Carry fallen) und alle Ableger, die nicht unter das Must carry gefallen wären, weiterhin verschlüsselt gewesen wären.

Wir sind mittlerweile fast 5 Jahre nach der Analogabschaltung beim Sat - und es hat sich noch immer kein bisschen beim analogen Kabel getan.
Immerhin reagiert UM jetzt endlich und schaltet -knapp 5 1/2 Jahre nach dem Satellit- analog ab.
Wann VF endlich den analogen Zopf abschaltet, ist noch immer nicht absehbar - wobei die Bandbreite gerade für das "Prestige-Projekt" "Gigabit-Geschwindigkeit" [aber auch für eine Verbesserung des TV-Angebots mit mehr HD-Sendern und ggfs. sogar UHD-Pilotsendern] dringend notwendig wäre.

Beim terrestrischen Fernsehen hat man hingegen vor über 10 Jahren den Schnitt gemacht - und mittlerweile ist sogar schon der Umstieg vom "alten" DVB-T auf die nächste Generation "DVB-T2" im Gange.
Wahrscheinlich werden wir es eher noch erleben, dass DVB-T komplett abgeschaltet ist, als das VF die Analogabschaltung durchgeführt hat.

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Re: Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon twen-fm » 13.01.2017, 21:48

Wahrscheinlich werden wir es eher noch erleben, dass DVB-T komplett abgeschaltet ist, als das VF die Analogabschaltung durchgeführt hat.


Da werden wir (fast) alle "Alt und Grau" sein...oder gleich das hier >>> :kater:

Ansonsten auch deinerseits ein sehr guter Beitrag. :wink:
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Re: Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon Knidel » 19.01.2017, 20:37

http://www.vodafone.de/unternehmen/pres ... 14843.html
http://www.golem.de/news/kabelnetz-voda ... 25690.html
"Wir machen den Freistaat zu Vodafones erstem Gigabit-Bundesland"
19. Januar 2017

Kloster Banz, 19. Januar 2017 – Vodafone führt Bayern in die Gigabit-Gesellschaft. Bereits 2019 sollen bis zu 70 Prozent aller Einwohner im Freistaat mit 1.000 Megabit pro Sekunde im Kabel-Glasfasernetz surfen können. Das kündigte Vodafone CEO Hannes Ametsreiter heute gegenüber Ministerpräsident Horst Seehofer auf der CSU-Klausurtagung im Kloster Banz an.

Ametsreiter lobte den vorausschauenden Kurs des Freistaats bei Breitbandausbau und Digitalisierung. Gesetzliche Regelungen schafften in Bayern die solide Basis, schneller hohe Geschwindigkeiten anzubieten als in vielen anderen Bundesländern.

"Bayern wird unser erstes Gigabit-Land", so Ametsreiter. "Ab 2019 werden wir nicht nur in München, sondern in weiten Teilen des bayerischen Kabelnetzes den Schalter auf Gigabit umlegen – und so bis zu 70% aller Einwohner im Freistaat mit 1.000 Megabit zukunftssicher versorgen können."

Thomas Kreuzer, der Vorsitzende der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, lobte die Initiative: "Dieses Projekt ist ein Turbo auf Bayerns Weg in die Digitalisierung. Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Wirtschaft bei entsprechenden politischen Weichenstellungen weitere Innovationen umsetzen kann."

Möglich macht das Bayerns Regelung zur Voll-Digitalisierung der Kabelnetze: Danach sollen Ende 2018 fürs analoge Fernsehen genutzte Frequenzen nur noch für digitale Signale genutzt werden.

"Ab 2019 bekommen wir quasi doppelten Hubraum für unser Netz. Die Voll-Digitalisierung macht den roten Renner Vodafone bald mehr als doppelt so schnell. Bayern legt damit die Grundlage für weitere Geschwindigkeiten und Investitionen – genau wie für weiteres Wachstum. Ich wünsche mir, dass weitere Bundesländer diesem Beispiel folgen würden.", so Hannes Ametsreiter.


Will er sich bei der CSU einschleimen?
Hat er sich mal damit beschäftigt, wie Unitymedia die Analogabschaltung dieses Jahr vornehmen kann? Dass in allen drei UM-Bundesländern eine Analogabschaltung gesetzlich beschlossen wurde, ist mir nicht bekannt.

Hier übrigens das Gesetz:
http://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayMG-34
Artikel 34:
Zur Sicherung eines ausgewogenen und vielfältigen Programmangebots werden ab dem 1. Januar 2019 Rundfunkprogramme und Telemedien in Kabelanlagen ausschließlich in digitaler Technik verbreitet.


Die Formulierung des Artikel 36 ist auch leicht verständlich. Also dass es eben keinen Zwang zur analogen Einspeisung gibt:
Solange in einer Kabelanlage Fernsehprogramme oder Telemedien in analoger Technik verbreitet werden, sind [...]


Interessant auch, dass Artikel 34 eigentlich auf ein vielfältigeres Programmangebot abzielt und nicht unbedingt nur auf Gigabit-Internet, was Vodafone nun daraus macht.

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Re: Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon Andilein » 19.01.2017, 20:39

Ich bin gespannt, wann es bei anderen Bundesländern dann auch "Analog-frei" heißt.

Die beste Medizin gegen schlechtes Fernsehen lautet: RadioRadio und RadioRadio-Forum

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Re: Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon Matty06 » 19.01.2017, 21:01

Wie wird das eigentlich realisiert, die aktuelle Fritzbox bündelt 24 Kanäle was gerade so dem Gigabit entspricht. Selbst wenn man weitere DS Kanäle aufschaltet wird das ganz schön knapp.
Paket: Internet, Phone & TV Komfort Vielfalt HD Kabel 200 V
Hardware: FRITZ!Box 6490 (kdg), Sagemcom RCI88-1000 KDG, Smit CI+ Modul (Zweitkarte), Vodafone Giga TV (Beta)
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Re: Analogabschaltung Ende 2018

Beitragvon DarkStar » 19.01.2017, 21:10

Bis 2019 ist natürlich Docsis 3.1 am Start.
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