6490: Millionen von korrigierbaren Fehlern?

In diesem Forum dreht sich alles um bei Vodafone Kabel Deutschland verwendete AVM-Produkte, insbesondere der WLAN-Router mit integriertem Kabelmodem, der als FRITZ!Box vertrieben wird. Speedprobleme bitten wir im entsprechenden Forum zu behandeln, wenn ihr Ursprung nicht auf AVM-Produkte zurückzuführen ist!
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wittmann
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Re: 6490: Millionen von korrigierbaren Fehlern?

Beitrag von wittmann » 21.12.2018, 16:38

tuedel hat geschrieben:
21.12.2018, 16:19
Nur zur Info. Ich glaube es sagt nichts aus, dass wenn alle DS auf 256 QAM sind, man kein Vodafone Kunde ist.
Nachdem ich hier meine private 6590 an mein Kabel angeschlossen habe sind ebenfalls alle 28 DS Kanäle auf 256 QAM. Mein Vertrag läuft definitiv bei Vodafone. :)
Das liegt daran, dass sich deine SC-QAM Kanaele nach der Analogabschaltung und Umbelegung der digitalen Kanaele nun alle unterhalb von 698 MHz befinden. Der beste Indikator bei dem Threadersteller sind eigentlich die fuenf Upstream-Kanaele aber auch die 256-QAM Kanaele oberhalb von 698 MHz.

Flole
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Re: 6490: Millionen von korrigierbaren Fehlern?

Beitrag von Flole » 21.12.2018, 16:51

wittmann hat geschrieben:
21.12.2018, 15:13
Darf ich fragen, woher diese Erkenntnisse stammen?
Natürlich: Das sind allgemeine Erkenntnisse/Gegebenheiten der Informatik. Jede Berechnung (CPU Instruktion) benötigt Zeit, eine zusätzliche Instruktion benötigt also immer Zeit und die Fehlerkorrektur sind doch zusätzliche Instruktionen/Rechenschritte und damit zwangsläufig mit mehr Laufzeit verbunden. Bei 20Mhz Takt würden wir hier aber über wenige Nanosekunden reden, bei mehr entsprechend noch weniger, nur ganz "folgenlos" ist es nicht. Man könnte das jetzt noch anhand eines Codebeispiels erläutern und die Laufzeit so vollkommen korrekt ermitteln, aber prinzipiell sollte es auch so klar sein.

Wohlgemerkt reden wir hier über wenige Millisekunden, vermutlich aber eher Mikrosekunden oder Nanosekunden, das ist definitiv nichts was der normale (und auch die wenigsten Power-) User merkt, oder was ihn gar beeinträchtigt.

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wittmann
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Re: 6490: Millionen von korrigierbaren Fehlern?

Beitrag von wittmann » 21.12.2018, 16:56

Flole hat geschrieben:
21.12.2018, 16:51
wittmann hat geschrieben:
21.12.2018, 15:13
Darf ich fragen, woher diese Erkenntnisse stammen?
Natürlich: Das sind allgemeine Erkenntnisse/Gegebenheiten der Informatik. Jede Berechnung (CPU Instruktion) benötigt Zeit, eine zusätzliche Instruktion benötigt also immer Zeit und die Fehlerkorrektur sind doch zusätzliche Instruktionen/Rechenschritte und damit zwangsläufig mit mehr Laufzeit verbunden. Bei 20Mhz Takt würden wir hier aber über wenige Nanosekunden reden, bei mehr entsprechend noch weniger, nur ganz "folgenlos" ist es nicht. Man könnte das jetzt noch anhand eines Codebeispiels erläutern und die Laufzeit so vollkommen korrekt ermitteln, aber prinzipiell sollte es auch so klar sein.

Wohlgemerkt reden wir hier über wenige Millisekunden, vermutlich aber eher Mikrosekunden oder Nanosekunden, das ist definitiv nichts was der normale (und auch die wenigsten Power-) User merkt, oder was ihn gar beeinträchtigt.
Mist, du warst nun doch schneller als mein Edit unter viewtopic.php?f=67&t=40130#p622857

Also hier noch mal mein Teil:
wittmann hat geschrieben:
21.12.2018, 15:55
Edit: bei SC-QAM gibt es einen MPEG-Transportstom mit einer konstanten Paketrate mit Paketen von einer Groesse von 204 Byte (das Codeword). Davon dienen 16 Byte fuer die FEC. Wenn die FEC es nicht mehr schafft und das Paket/Codeword nicht mehr korrigiert werden kann, wird das mit dem Error-Indicator-Bit nach dem Sync-Byte klar gemacht und das ganze Paket/Codeword wird auf der naechsten Schicht verworfen/ignoriert. In unserem Fall, wenn die FEC also erfolgreich war und es "nur" zu correctables gekommen ist, wird das Error-Indicator-Bit nicht gesetzt. Das Wesentliche ist aber, der kontinierliche Paketstrom von 204 Byte Paketen wird nicht verzoegert. Du kannst also davon ausgehen, dass jedwede moegliche Verzoegerung, welche durch eine arbeitende/korrigierende FEC, welche auch Endlich ist, in die Paketrate "eingepreist" ist. Lange Rede kurzer Sinn: Selbst bei einer erhoehten Fehlerkorrektur und einem Uncorrectable Wert von 0 hat das keinen Einfluss auf den DOCSIS-Teil ab Schicht 2 (MAC) und der darueber liegenden Schichten (IP usw.). Ich hoffe das erklaert es besser.

Flole
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Re: 6490: Millionen von korrigierbaren Fehlern?

Beitrag von Flole » 21.12.2018, 17:13

So wie du es jetzt beschreibst wird die konstante Paketrate auch nach der Fehlerkorrektur beibehalten? Ist die Fehlerkorrektur nicht Teil der Dekodierung oder kommt die davor?

verstehe ich das richtig: Du redest hier von einer Art Pipeline wo die Daten immer eine Zeiteinheit in der aktuellen stufe verweilen, also zum Beispiel (es die Reihenfolge passt wahrscheinlich nicht aber es geht ja ums Prinzip, darf natürlich trotzdem gerne jemand korrigieren):
Demodulation -> Fehlerkorrektur -> Dekodierung -> Übergabe an höhere schicht
Dann könnte, wenn die Zeiteinheiten tatsächlich fix sind und zum Beispiel alle 50 Mikrosekunden alles "weiterrückt", tatsächlich die Fehlerkorrektur solange bis es alles "weiterrückt" daran rumbasteln ohne das es Auswirkungen hat. Ich sehe da allerdings keinen Vorteil den Datenstrom nach der Fehlerkorrektur konstant zu halten, ich würde die Daten bei der Fehlerkorrektur in eine Queue packen, und dann der Reihe nach prüfen ob sie erforderlich ist, wenn nicht direkt übergeben (also sehr schnell) und wenn ja versuchen zu reparieren und dann weitergeben. Die Datenrate nach der Fehlerkorrektur wäre dadurch allerdings nicht mehr konstant (dürfte für die Dekodierung und höheren Schichten aber ja eigentlich keine Relevanz haben).

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Re: 6490: Millionen von korrigierbaren Fehlern?

Beitrag von wittmann » 21.12.2018, 17:39

Der SC-QAM Downstream ist ja ein TDM Signal und durch die fixe Symbolrate (z.B. 6,952 MSymb/s bei EuroDOCSIS) synchronisiert.

Der ganze "Kram" muss ja synchronisiert sein, weil darauf dann auch wieder der DOCSIS-Takt mit 10,24 MHz huckepack genommen wird. Dieser wird wiederum fuer das Ranging verwendet, damit die auf Zeitschlitzen basierte bidirektionale Datenuebertragung ueber das Kabelnetz ueberhaupt realisiert werden kann.

Wenn es dann auf einmal im Shared-Medium Kabelnetz durch partielle Stoerungsbilder einzelner Kundenanschluesse einen Effekt auf die gesamte DOCSIS MAC-Domain Effizienz geben wuerde, waehre das ganze nicht mehr zu bewerkstelligen.

Das hat also nichts mit einem schoenen switched Ethernet zu tun. ;)

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Re: 6490: Millionen von korrigierbaren Fehlern?

Beitrag von Flole » 21.12.2018, 17:54

Nur wie lange bleibt es konstant bzw. synchronisiert, irgendwann wird das ja aufgehoben und das könnte ja schon bei der Fehlerkorrektur passieren (also nach der Demodulation). Den Takt könnte man mit dem Demodulator ja rausziehen und an einem Taktausgang rausgeben.

Ansonsten ist das ganze tatsächlich dann wie eine Pipeline und solange die Schritte feste Zeiteinheiten haben ist es dann tatsächlich für die Zeit egal (und den "erhöhten" Energieverbrauch kann man auch vernachlässigen).

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Re: 6490: Millionen von korrigierbaren Fehlern?

Beitrag von reneromann » 21.12.2018, 20:17

Du musst doch eh durch die Fehlerkorrektur durch - alleine um festzustellen, dass die Daten valide sind.

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Re: 6490: Millionen von korrigierbaren Fehlern?

Beitrag von Flole » 21.12.2018, 20:19

Feststellen ob die Daten korrekt sind muss das Modem natürlich immer, nur die Schritte aus den korrekten Daten die inkorrekten "herzuleiten" fallen weg falls die Daten allesamt korrekt sind.

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Re: 6490: Millionen von korrigierbaren Fehlern?

Beitrag von reneromann » 21.12.2018, 20:40

Du stellst dir das mit der FEC falsch vor - die FEC ist nicht ein nachgeschalteter Prozess, der aus einem "inkorrekten" Paket ein "gültiges" Paket macht, sondern sie greift bereits während des Empfangs ein (daher auch "Forward" Error Correction). Die FEC greift also bereits beim Empfang der Daten ein - gewisse Symbolkombinationen oder Symbolfolgen sind nämlich nicht erlaubt, wodurch die FEC schon mitten drin entsprechende Schritte zur Korrektur einleiten kann, noch bevor das gesamte Paket empfangen wurde (und somit feststeht, ob die Daten als Ganzes korrekt sind).

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Re: 6490: Millionen von korrigierbaren Fehlern?

Beitrag von Flole » 21.12.2018, 21:19

Es muss ja aber gewissermaßen nach der Demodulation passieren.....